Von Favoriten und Newcomern – Horses & Dreams ganz sportlich
Nicht nur für Well’s Fargo, den Sieger des Prix St. Georg unter Matthias Alexander Rath (Kronberg) am ersten Tag des internationalen Riders Festival Horses & Dreams meets Mexiko, war es die S-Dressur Premiere, auch für Fritz San Tino war es am Donnerstag „das erste Mal“. Nachdem es am Vortag im St. Georg noch kleine Störungen in der Galopptour gegeben hatte, steuerte Oliver Oelrich (GER) den noch unerfahrenen achtjährigen Wallach mit dem lustigen Namen souverän durch die Intermediare I, Preis der Familie van Dyk, und damit zum Sieg (69,47 Prozent).
„Er ist wirklich noch sehr „grün“ - letzte Woche hab ich sogar noch überlegt, ob ich ihn überhaupt mitnehmen soll“, freut sich Oelrich daher um so mehr über seinen Erfolg. An die zweite Stelle ritt Svenja Peper (GER) mit Carlo Calucchi (69,31 Prozent). Patrick Kittel (Schweden)konnte seinen Hengst, wie bereits im St. Georg, an dritter Stelle platzieren und war mit diesem Ergebnis nicht vollends zufrieden. „Natürlich freut man sich immer über eine Schleife, aber ich weiß, dass Silvano das viel besser kann. Er ist nur noch ein bißchen zu abhängig von seiner Umgebung und hatte noch etwas mit der Atmosphäre zu kämpfen.“ In Bremen gewann der 11-jährige Hengst unter Patrick Kittel die Nationale S-Dressur sowie in Hünxe sogar St. Georg und Intermediare I.
So hundertprozentig mag Hartwig Burfeind aus Sandbostel vielleicht nicht damit gerechnet haben, gleichwohl ließ der Deutsche Champion der Berufsreiter mit dem Gardemaß keine Zweifel aufkommen: Den Titel, den möchte er schon gern wieder gewinnen. Der Profi sicherte sich den Sieg in der ersten Wertung zum Deutschen Championat der Berufsreiter – Grand Prix de Dressage - mit dem 16 Jahre alten Hengst Goofy de Lully. Der sorgte am Vortag für leise Anspannung beim Reiter: „Es war windig, hat überall geraschelt und geknackt und das hat ihn ordentlich abgelenkt. Schön das es heute kaum weht.“ Burfeind konzentriert sich ganz auf das Berufsreiterchampionat bei Horses & Dreams, hat also nur ein Pferd dabei und findet das gut. „In den letzten Wochen war ich immer mit sechs bis sieben Pferden unterwegs und das ist denn doch wenig entspannt,“ so der Niedersachse schmunzelnd, „aber hier kann man ja schön mal bummeln gehen….“ Hinter Burfeind reihten sich Wieger Derk de Boer (Pinneberg) mit Cosmopolitan und Insa Hansen (Hagen a.T.W.) mit Calvados ein.
Parcoursfreuden…
Überraschter Sieger in der ersten Prüfung der kleinen Tour, Preis des Reitsportmagazins, war Mario Stevens (GER). Die vielversprechende 8-jährige Stute Corlanda wurde im September letzten Jahres Zweite bei der Weltmeisterschaft der jungen Pferde im belgischen Lanaken und trug Ihren Reiter fehlerfrei in nur 57,17 Sekunden durch den Parcours. „Ich habe Sie gestern im Warm up hier geritten und sie hat sich gut an die Atmosphäre hier gewöhnen können“, so Stevens. „Ich habe vor, sie in zwei Jahren hier in Hagen im Großen Preis zu reiten“, schmiedet der 28-jährige große Pläne für die Zukunft. Hinter Mario Stevens sortierten sich der Deutsche Rene Tebbel (0/57,67 Sekunden) und Andre Sakakini aus Italien (0/57,85 Sekunden)auf Platz
zwei und drei ein.
Die erste Qualifikation der Youngster Tour, Preis der Städtereinigung HHG Holtmeyer GmbH & Co. KG, ging an den preisgekrönten Weltcup Sieger Marcus Ehning. Für das Nachwuchspferdespringen, bei dem der Parcours nach dem Durchlauf der 7-jährigen Pferde für die 8 - jährigen erhöht wurde, hatte der Borkener Campbel gesattelt und siegte mit einer fehlerfreien Runde in 57,55 Sekunden. „ Ein Pferd für die Zukunft“, so Ehning über den 7-jährigen Hengst, v. Contendro, mit dem er bereits im März diesen Jahres international auftrumpfen konnte.
In westfälische Hände ging auch der Sieg beim Auftakt der Großen Tour. Christian Ahlmann aus Marl, Doppel-Europameister des Jahres 2003 und Mannschafts-Bronzemedaillengewinner bei Olympia 2004, schnappte den deutschen Kollegen mit Firth of Clyde den Sieg vor der Nase weg. Inzwischen ist der For Pleasure-Nachkomme 15 Jahre alt und glänzt mit Routine im Parcours. Äußerst ökonomische 63,29 Sekunden legten Reiter und Pferd für die fehlerfreie Runde im Preis des Fahrzeughandels Jan Hofschroer an. Da blieb den Kollegen nur das Nachsehen. Die ersten drei Plätze blieben indes bei deutschen Reitern: Alexander Hufenstuhl wurde mit Lacapo Zweiter vor dem dreimaligen Deutschen Meister Rene Tebbel aus Emsbüren, der seiner Vorliebe für Kolibri-Nachkommen im Parcours frönte – „Irgendwie komme ich mit denen gut zurecht und die mit mir“ – Partner bei Platz drei war Kolibri`s Firebird.


